Mozart als schalkhafter Wortakrobat

Nicht erst seit Peter Shaffers Stück „Amadeus“ und dem darauf basierenden Film von Milos Forman ist bekannt, wie sehr Mozart den Schabernack liebte. Sein Sinn für Skurrilitäten aller Art liest sich auch in unzähligen Briefen, wobei jenen an seine Cousine Anna Maria Theckla eine besondere Stellung zukommt.

Schreibt er an sein „Bäsle“, lässt Mozart seiner auch sprachlichen Fantasie und Virtuosität freien Lauf. Er albert, reimt und geizt nicht mit Spässen frivoler oder derber Art. In den fiebrigsten Passagen erinnern diese klangvollen Sprachspielereien an Dada-Verse oder Experimentalcollagen heutiger Slam-Poeten.

Der Bayer Christoph Well (Well Brüder aus’m Biermoos) liest die Briefe so liebevoll wie schalkhaft. Und dazwischen erklingen – ein nur vermeintlicher Kontrapunkt – des Meisters Flötenquartette.

(Radiomagazin 10/2011 – von Frank von Niederhäusern)